Qualitätssicherung in der Wärmebehandlung: Ein Einblick in unsere Werkstoffprüfung

Wenn Bauteile in Getrieben, Maschinen oder Hydrauliksystemen versagen, sind die Folgen oft teuer und im schlimmsten Fall sicherheitsrelevant. Deshalb endet eine professionelle Wärmebehandlung im Plasma nicht mit dem Ofenprozess, sondern mit einer konsequenten Qualitätssicherung. In der Plasmanitriertechnik Dr. Böhm wird jeder Auftrag überprüft, bevor er die Lohnhärterei verlässt. Das gibt Ihnen als Kunde Sicherheit, schafft Vertrauen und sorgt für reproduzierbare Ergebnisse in Serie.

Warum Qualitätssicherung in der Wärmebehandlung unverzichtbar ist

Konstante, dokumentierte Qualität ist heute ein echter Wettbewerbsvorteil: Sie reduziert Reklamationen, steigert die Verfügbarkeit von Anlagen und senkt Ihre Gesamtkosten. Gerade bei sicherheitskritischen Bauteilen kommt es darauf an, dass Härte, Schichttiefe und Gefüge exakt zu Ihren Spezifikationen passen. Unsere Qualitätssicherung stellt vom Musterteil bis zur Großserie sicher, dass die geforderten Werte zuverlässig eingehalten werden.

Gleichzeitig beeinflusst die richtige Wärmebehandlung die Lebensdauer und Funktionalität eines Bauteils maßgeblich. Nur wenn alles perfekt zusammenpasst, bleiben Zahnräder, Wellen oder Werkzeuge langfristig belastbar. Eine lückenlose Prüfung ist daher ein integraler Bestandteil jedes Lohnauftrags und kein optionaler Zusatz.

Unsere Prüfverfahren in der Lohnwärmebehandlung

Werkstoffprüfung für die industrielle Lohnbehandlung

Alle Aufträge der Lohnbehandlung werden durch die Prüfung der Oberflächenhärte kontrolliert, wahlweise stationär in unserem Labor oder auch fallspezifisch mobil. Zusätzlich bieten wir eine Reihe metallographischer Prüfungen, um Schichtaufbau und Gefüge detailliert zu bewerten.

Oberflächenhärteprüfung: stationär und mobil

Für die Beurteilung der Randzone setzen wir moderne Kleinlasthärteprüfer, hochpräzise Mikrohärteprüfer und mobile Härtemessgeräte ein. So können wir sowohl direkt an der Bauteiloberfläche als auch an Präparaten wie Schliffen exakte Härteverläufe erfassen, auch an großen oder schwer handhabbaren Bauteilen.

Nitrierhärtetiefe und Schichtdicke über Schliff ermitteln

Die Nitrierhärtetiefe (Nht) wird nach DIN 50190 über Schliffherstellung und Härteverlauf ermittelt. Dabei wird ein Querschliff des Bauteils präpariert, poliert und anschließend in definierten Abständen von der Oberfläche in die Tiefe gemessen. Auf diese Weise lässt sich die Tiefe bestimmen, bis zu der die Nitrierung erhöhte Härtewerte erzeugt.

Parallel dazu können wir die Dicke der Verbindungsschicht, also der äußeren Nitrierschicht, mikroskopisch messen. So wird sichtbar, ob Schichtdicke, Nitrierhärtetiefe und geforderte Funktion optimal zusammenpassen.

Gefügeanalyse im Querschliff

Anhand des Gefügebildes im Querschliff prüfen wir, ob sich die gewünschte nitrierte Randzone mit Verbindungsschicht und Diffusionszone korrekt ausgebildet hat. Dazu werden die Schliffe geätzt und unter dem Auflichtmikroskop beurteilt. Unregelmäßigkeiten wie Entkohlungen, Risse oder Inhomogenitäten lassen sich so sicher erkennen.

Vickers-Härteprüfung (HV0,05–HV30) nach Norm

Für unsere Prüfungen setzen wir auf das Vickers-Härteverfahren im Kleinlast- und Niedriglastbereich. Je nach Aufgabenstellung messen wir von HV0,05 bis HV30 und erstellen in der Regel eine Messreihe mit mehreren Eindrücken, um aussagekräftige Härteverläufe zu erhalten. Bei Bedarf werten wir die ermittelten Härtewerte gemäß DIN EN ISO 18265 in andere Härteskalen um, etwa in HRC.

Normen und Zertifizierungen in der Qualitätssicherung

Unsere Lohnbehandlung und unser Anlagenbau sind nach ISO 9001:2015 zertifiziert. Das bedeutet: Alle Prozesse, von der Angebotsphase über die Fertigung bis zur Prüfung, laufen in einem geordneten, dokumentierten Qualitätsmanagementsystem ab. Regelmäßige Audits stellen sicher, dass die Anforderungen dauerhaft erfüllt werden.

Bei der Ermittlung der Nitrierhärtetiefe orientieren wir uns an den Vorgaben der Normenreihe DIN 50190. Für die Umwertung von Härtewerten zwischen den Skalen Vickers, Brinell und Rockwell nutzen wir die Tabellen und Vorgaben der DIN EN ISO 18265. Für Sie als Kunde ist damit klar nachvollziehbar, auf welcher Basis Ihre Prüfwerte ermittelt wurden.

Warum wir Nitrierschichten mit Vickers statt Rockwell prüfen

Auf den ersten Blick erscheint die Rockwell-Härteprüfung attraktiv, weil sie schnell ist und direkt an der Bauteiloberfläche durchgeführt werden kann. Für dünne Nitrierschichten ist dieses Verfahren jedoch ungeeignet, da der Prüfkörper zu tief in den Werkstoff eindringt und damit bereits stark vom weicheren Kern beeinflusst wird. Die gemessenen Werte fallen dann zu niedrig aus und bilden die tatsächliche Randhärte nicht korrekt ab.

Die Vickers-Härteprüfung im Kleinlasthärtebereich verwendet geringere Prüfkräfte und erzeugt deutlich kleinere Eindrücke. Dadurch können wir die Härte der Nitrierschicht präzise bestimmen und ihren Verlauf in die Tiefe genau erfassen. Besonders bei dünnen, hochbelasteten Randschichten liefert diese Methode zuverlässige und vergleichbare Ergebnisse.

Messtechnik und Prüfgeräte in unserer Lohnhärterei

Für die Qualitätssicherung setzen wir eine umfassende, auf die Anforderungen der Wärmebehandlung abgestimmte Prüftechnik ein. Dazu gehören:

  • Kleinlasthärteprüfer und Mikrohärteprüfer für Vickers-Messungen von HV0,05 bis HV30
  • Mobile Härtemessgeräte für Prüfungen an großen oder eingebauten Bauteilen
  • Trennmaschinen, Schleif- und Poliermaschinen für die Schliffpräparation
  • Auflichtmikroskope zur Beurteilung von Gefüge und Schichtdicken
  • Weitere Einrichtungen wie Rauheitsmessgeräte, Rücksprunghärteprüfer, Einrichtungen für Tüpfelproben sowie Drucktöpfe zur Kalteinbettung

Alle Mess- und Prüfeinrichtungen werden regelmäßig überwacht und entsprechen den üblichen Standards in der Härtereitechnik.

Dokumentation und Prüfprotokolle für Ihre Bauteile

Jeder Auftrag, der unsere Fertigung verlässt, wird sorgfältig auf die Einhaltung der Kundenanforderungen geprüft und dokumentiert. Auf Wunsch stellen wir Ihnen detaillierte Prüfprotokolle mit Härtewerten, Schliffbildern und Nitrierhärtetiefen zur Verfügung, die genau auf Ihre Zeichnungsvorgaben oder Werkstoffspezifikationen abgestimmt sind.

Sie benötigen ein bestimmtes Verfahren oder eine Prüfung nach einer speziellen Norm? Gern beraten wir Sie, welche Messmethoden sinnvoll sind und welche Prüfumfänge zu Ihrem Bauteil und Einsatzfall passen. So erhalten Sie genau die Nachweise, die Sie für Ihre interne Qualitätssicherung, Ihre Kunden oder Zertifizierungen benötigen.

Sichere Wärmebehandlung durch geprüfte Qualität

In der Plasmawärmebehandlung entscheidet die Qualitätssicherung darüber, ob ein Bauteil nur „gehärtet“ oder wirklich prozesssicher, nachvollziehbar und dauerhaft einsatzbereit ist. Mit moderner Vickers-Härteprüfung, metallographischen Analysen, genormten Verfahren und einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem stellen wir sicher, dass Ihre Anforderungen zuverlässig erfüllt werden.

Nutzen Sie dafür unseren direkten Kontakt in der Qualitätssicherung über unser Kontaktformular.

Service, Kontakt und Downloads zur Qualitätssicherung

Ihr direkter Ansprechpartner für Anfragen zur Qualitätssicherung

Andreas Böhm – Geschäftsführung / Vertrieb Lohnbehandlung Telefon: 0371 808179-0

Für fachliche Rückfragen, Angebote oder konkrete Projektanfragen wenden Sie sich gern direkt an:

Mobil: 0172 9075982
E-Mail: andreas.boehm@plasmanitriertechnik.de

Downloads: Unsere Zertifizierungen

In der Infothek unserer Website finden Sie praktische Downloads und unsere Zertifizierungen:

Mehr zu unseren Leistungen

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